Sonnenblumen in einer Vase in einem Treppenhaus in München.

Poesie

Eine kleine Sammlung an Gedichten, Texten und anderer Poesie, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe:

Biiieb Biiieb Biiieb

Ein paar bunte Einkaufstüten mit verspielten Aufdrücken hängen nebeneinander an der Fassade eines kleinen Einkaufsladens im Glockenbachviertel in München. Auf einen sieht man einen blauen Elefant, im Hintergrund sieht man eine blaue Pfauenfigur, eine braune Elefantenfigur und einen Ständer mit vielen unterschiedlichen Postkarten.

Biiieb Biiieb Biiieb

Monotones Schlange-Schlaf-Wandeln im Feierabendverkehr der Samstags-Late-Night-Shopper.

Der Spinat schon lange nicht mehr gefroren, die Fischstäbchen fangen das zappeln an.

Währenddessen werden die Produkte der letzten Meter zur Kasse, die der Fressmeile vor der Kasse, welche man in jeden Supermarkt finden kann, immer aufdringlicher.

Doch das erlösende Piepsen naht. Gern legt man den Papierablass auf den Tresen, um wieder zurück an die Luft zu dürfen!

Freier Himmel, Autodunst, Tramlärm,
Ich vermisse dich!

Nickend lasse ich dich vor, denn du hast dich für weniger Ballast entschieden. Aha, rauchen tust du auch, komisch vertraut ist das in den letzten Jahren geworden.

Noch ein warmer Blick deinerseits und ein: „Danke nochmal!“, zwischen Tür und Angel und schon segelst du weiter in das Lichtermeer…

Sogar das: „Schönes Wochenende“ hat sich echt angehört…

Schade das ich nichts vergessen hab!

Das Meer (2017)

Ein Foto eines Geländers an der Isar in München. Im Hintergrund lassen sich viele Städter erkennen, die das schöne Wetter genießen. Im Vordergrund steht auf dem Geländer in bunter Schrift "Neid".

Das Meer,
Wenn dir der Atem geraubt wurde, sodass du wie ein Fisch auf dem trockenen zappelst. Dich’s in die Ferne zieht, aber du zu viele Anker in die Stadt geworfen hast. Wenn die Wellen über dir brechen, anstatt dich zu tragen. Du eine frische Brise brauchst, aber nur der Dunst der Betonwüste auf dich wartet. Wenn du deine digitale Angel in den App-Wahnsinn wirfst, aber nur Stiefel an Land ziehst.

Autolärm statt Möwengekreische, Park statt Sandstrand, Dosenbier statt Cocktail, Weihnachtsbäume statt Palmen.

Check-in, mit fülligen Körpern die in der Sonne schwitzen. Überfüllte Strände und aufdringlichen Strandverkäufer. Mallorca-Deutschen, nicht mal nach hunderten von Kilometern entkommt man diesen **** Überfreundlich Restaurantbesitzer, die dich eigentlich gar nicht ausstehen können und wenn du tief in dich gehst, weißt du dass auch! Weil trampelnde Touri-Massen den charmanten Spielplatz aus der Kindheit mit hässlichen Betonklötzen zubetoniert haben, um Platz für mehr knausrige, fotografierende, cappytragende Fremdkörper, die sich in einen zuvor, wenn auch einfachen aber funktionierenden Organismus einschleusen.

Einfach aber glücklich, wie in Momo und wir, ja wir sind die grauen Herren, die die es zerstören und oh ja, wir sind richtig gut darin! Weltweit! Machen wir die Authentizität kaputt und jetzt ist Kuba auch noch dran! Nie haben wir genug! Check-out, Check OUT!

Oder vll., auch einfach aufhören die Dose, als halbleer zu sehen,… dann brauchts auch kein

Meer, Meer.

Die Simpelheit der Dinge (2018)

Drei Passanten gehen an einem kleinen Auto vorbei. Auf dem Wagen steht Musik-Eck. Die Personen scheinen sich nicht zu kennen, gehen aber im exakten Abstand voneinander.

Das schwierige ist, als Treibgut statt Schwimmer, dass man schlussendlich doch an Flussgabellungen ankommt und alles, was man im Laufe der Fahrt angesammelt hat, dass Gewicht auf eine andere Seite zieht.

Die Taktik des treiben Lassens ist dann problematisch, statt pragmatisch. Überall kleine und große Fische, die nur darauf warten dich mitsamt deiner Angel, in ihren Tümpel zu ziehen und als Leichfutter, für ihre barbarischen Start-Up Ideen, zu benutzen.

Aber es gibt eben auch stolze Störe zwischen den Geschäftshaien. Die mit dir auf lange und spannende Wanderschaft gehen möchten, aber in ständiger Gefahr leben um ihren Kaviar, von gierigen Muränen, beraubt zu werden.

Oder doch Schwimmen? Seine eigenen Wege suchen, wobei schon viele ertrunken und verloren sind? Diejenigen von den Abermillionen deren Namen keiner kennt? Hmmm….

Platsch

Die trunkene Wahrheit (2017)

Ein frisches Bier wird gezapft, im Hintergrund erkannt man unscharf einen jungen Mann mit Bart und kurzen braunen Haaren.

Warum heißt es Betrunkene sprechen immer die Wahrheit aber nicht Nüchterne lügen immer?

Mein betrunkenes Ich hat kein Problem angestautes, unangenehmes oder unangemessenes auszusprechen.

Es hat auch kein Problem damit Menschen zu sagen, dass sie schön sind und man sie kennenlernen möchte.

Trotzdem ist es nicht losgelöst von allen, was mich ausmacht. Es folgt festen moralischen Grundsätzen, es überschreitet Werte nicht, die es einsieht und respektiert (Zu diesen gehören scheinbar nicht Ex-Bekanntschaften mitten in der Nacht zu schreiben).

Es hat nicht Angst davor seine Gefühle zu zeigen oder Menschen zu sagen, was sie ihn bedeuten.

Es lädt andere gerne ein, tanzt, trinkt, schlägt über die Stränge. Neigt gelegentlich auch zum Risiko aber die meiste Zeit bliebt es vernünftig.

Selten, aus dem Humor der Gesellschaft heraus, macht es Sachen, für die sich der Nüchterne entschuldigen muss oder zumindest meint es zu müssen.

Es kauft sich Essen, nein – Fressen, das der Nüchterne nie essen würde, sei es aus schlechten Gewissen oder Geiz.

Es schreibt alten Freunden, die der Nüchterne übergeht oder vergisst, es bittet um Hilfe, wenn es welche braucht, es ist stolz und beschützt seine Freunde mit allem was es hat.

Also wenn all das betrunken ist, was ist dann nüchtern.

The light within (2018)

My thoughts, my thoughts
they travel so deep

Restless they fall down a pit – crashing, shattering at a button that can only be described as hell itself.
They make me question my sanity
scare me that the essence of my being could be torn right out of me.

And I wonder deeply where they are from, struggle to get them out of my head
screaming – crying to myself: „I’m the master of my… -self.“

Like flies, they gather around
– the more I struggle,
– the more I push them away,
– the more they seem to gather

I start to shake – I start to surrender
Afraid they might control me –
Afraid they take over –

I know there is a light coming from within
– behind that wall of pitch black Briggs

I want to punch, slam against, run / crash it with all the strength I still have left in this darkness that clouds my thoughts.

I can see rays of a shimmering silver flame through the morbid, slimy gaps of the bricks, just the rays fill my hearth with hope.

And I know it’s my hardest task,
my greatest challenge to break through.

I know if I can, It, I’ll never gonna loose it again.
It will be my purest source of power and inspiration
It will bath me – free me- wash everything away.

And give me the strength to do the same.

The silver flame

Kopfhörer (2017)

Das Bild zeigt den Münchner Hauptbahnhof. Ein überproportionaler Weihnachtsstern lässt vermuten, dass es in der Vorweihnachtszeit aufgenommen wurde.

Als Junkie der musikalischen Datenpakete der post-mp3-Zeit, ist der Verlust der tragbaren reallife-Audiospamblocker, bitterer als Zartbitterschokolade.
Getoppt wird es nur noch, durch einige überraschende Realisierungen:

  1. Mit den öffentlichen fahren in einem leeren Verkehrsmittel, ist plötzlich stinklangweilig.
  2. Die soziale Interaktion steigt massiv an, wenn auch auf einem sehr banalen Level: „Ja wird wohl das Wetter schuld sein, Haha…ha.“
  3. Die Bereitschaft, wieder mehr Geld für Kopfhörer auszugeben, steigt rapide an.

Und trotz allem, selbst mit den neuen Dingern um den Hals, bevorzuge ich jetzt; Unterhaltungsfetzen, Durchsagen und das zarte Gleiten der S-Bahn

mit seinen eeeewigen Bremsvorgängen,

die an so manchen Tagen, im Halbschlaf, eine tranceartige Wirkung haben können… Zumindest noch für eine kurze Zeit…

Was für (e)in earsinn.

Tödliche Gleichgültigkeit (2017)

Ich habe ein Dach übern Kopf, bei mir haben keine Soldaten geklopft. Wobei geklopft ist falsch gesagt, geplündert, gehämmert, missbraucht und getötet am Schafott!
…klingt aber ein bisschen hart.

– Mist! Jetzt war mein Frühstücksei zu lange im Wasserbad! –

Natürlich geht mir es nah, nah wie Nahost, nah wie Kindstod in Afrika, nah wie

– Komisch war gestern nicht der Schlüssel noch da? –

Der Bildschirm zeigt die Gewalt, die Menschen auf der Flucht, Eltern die Kinder begraben, Arme die auf den Straßen verstarben, misshandelte Tiere, Organräuberei und Pelz ist wieder der letzte Schrei!
Also wer kann es mir verübeln, dass ich mich lieber im neuen Hollywoodfilm verliere.

– Doch ihr wollt, dass ich mich geniere? –

Diese vorwurfsvollen Gesichter auf den Plakaten, was kann ich denn dafür, dass eure Eltern AIDS haben? Ok, natürlich verfügen wir über die Medikamente, aber bitte, ich zahl doch nicht für euch Alimente.

Wir haben euch die Bodenschätze geraubt, dafür unseren Müll verkauft. Und jetzt habt ihr sogar das Glück, kaufen wir euch das Aluminium wieder zurück!
Ich kann mit guten Gewissen schlafen, denn heute sieht man eh vielmehr von der Welt, dass viele Leid ist doch nur von unserer Mediengesellschaft gestellt.

Also schalt ich ab, konsumiert weiter. Die Welt wird entspannter und lebt sich galanter. Wer braucht schon Zynismus gepaart mit Verstand,
hat er Ignoranz und den Genuss der tödlichen Gleichgültigkeit erkannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.