Behind the Shoot,  Fotografie

Ab ins Grüne: Portraits im Wald

Selten dass ich für ein TfP-Shooting mal die heimische Stadt verlasse aber nach Corona-Lockdown hatte ich vehementes Fernweh, besonders nach Grünen, nach Natur: Nach Wald. Zum Glück bin ich auf ein Gesuch in einer Facebook-Gruppe gestoßen, welches mich ins überraschend schöne Göttingen gebracht hat. Beste Freundinnen Lea und Laura haben mich dann nach bester Gastfreundschaft nicht nur mit lokalen Attraktionen, netten Begegnungen, tiefen Gesprächen und tollen Locations gesegnet, sondern auch mit Schlafmangel und massiven Kater… Ok letzteres ging wahrscheinlich auf meine Karte.

Es war eine sehr interessante Erfahrung. An sich war ich in Göttingen um mein erstes Bodo-, Bodoiu, Bodoire? Mein erstes Unterwäschen-Shooting zu machen und was ich dort mitnehmen durfte, über mich als Fotograf lernen konnte, das ist ein Thema für einen anderen Blogeintrag. Jetzt soll es erstmal um das erste Set am ersten Tag gehen: Shooting im Wald umgeben von stimmungsvollen Ruinen.

Mittagssonne und Waldschatten

Klar ich hab Erfahrung mit Bildern in der Stadt, ich hab mir auch schon entsprechende Presets zusammengestellt, die gute Ergebnisse liefern aber hier, hier ging das mal GAR NICHT! Und ich glaube das lag an diesen matten grün-gelb Tönen und den harten, harten Kontrasten, welche die Mittagssonne geliefert hat.

Hätte ich mit Assistenz gearbeitet und wäre ein Autobesitzer, hätte ein Blitz mit Schirm so manche Wunder gewirkt aber so wars eher eine Herausforderung.

Was hingegen überraschend Entspannt war, war es mit zwei Modellen nacheinander zu arbeiten. So hatte immer eins frei und konnte mit unserer fantastischen Fahrerin quatschen, während ich mich ganz auf mein Motiv konzentrieren konnte – sehr schöne Dynamik.

Kerze, Check. Hut, check und dann sitzt auch noch Lauras Blick – perfekt.

Eine andere Sorge, die sich als unnötig herausgestellt hatte, war, dass ich keine Ahnung von den Locations, die sich die beiden überlegt haben, hatte.
Von einer urigen, stimmungsvollen Ruine über magische Waldlichtungen und Kreuzungen, war alles dabei – Ein Traum.

Und wenn wir schon dabei sind, NOCH eine Sache, die besser lief als erwartet: Lea stand zum ersten Mal vor der Kamera und direkt ein Naturtalent. Überhaupt war ich sehr Überrascht, wie sicher das Duo vor der Kamera ist und doch irgendwie komplett verschieden. Was die Bilder noch erheblich spannender gemacht hat, weil beide Modelle ganz anders wirken.

Während bei Laura der Modelblick in Sekundenschnelle sitzt, hat man bei Leas Portraits ein sehr viel persönlicheres und emotionaleres Gefühl.

Balance-Akt für alle Beteiligten: Ich auf dem Baumstumpf drüber, von oben Herab mit einem Ultra-Weitwinkel Objektiv – Was habe ich geschwitzt, dass mir das Ding runtersegeln könnte.

Stimmungsmission: Mystischer Wald

Ich wollte für die Bilder eine mystische, traumhafte und dunkle Stimmung passend zum Wald erzeugen. Dementsprechend, war eine ordentliche Tiefenunschärfe und viel fotografieren mit offener Blende Pflicht! Ansonsten hat die Location natürlich massiv zur Atmo beigetragen, soviel musste ich da nicht mehr machen – Der weiße Baumstamm, die giftgrünen Brennnesseln, Model draufsetzen, posiert von Natur aus fantastisch – abdrücken.

Das ganze sollte natürlich in eine leicht erotische, geheimnisvolle Richtung gehen aber dieses Ziel haben wir bei diesem Shooting ein wenig verfehlt?
Zugegebenermaßen muss man auch sagen, für das erste Shooting, ein paar Stunden nach dem Kennenlernen und dann noch zu zweit – Sehr übernommen. Erfreulicherweise, hatte ich ja noch zwei weitere Tage in Göttingen und wir haben auch diese Nuss, ganz anders geknackt als erwartet.

Bearbeitung


Für die Bearbeitung habe ich das matte grün ins frisches dunkelgrün gewandelt, das schon fast blaustichig ist. Ansonsten mit Teiltonung die Stimmung von Bild entsprechend meiner Vorstellungen angepasst (Lea bekam wärmere Töne, Laura kühlere) und einzelne Farbtöne so angepasst, dass sie trotz satter Grüntöne nicht zu stark betont werden.

Komplette Galerie gibt es natürlich in meinem Portfolio.

Im Großen und Ganzen war es einer dieser extrem produktiven Tage und der Beginn von einigen Umsetzungen und Ideen, die jenes, was wir uns vorgenommen haben, bei weitem gesprengt haben. Ich freue mich euch in den kommenden Wochen mehr von dieser Zeit zeigen zu dürfen.

Wenn dich interessiert woher ich überhaupt solche Modelle habe und was es zu beachten gibt im Umgang mit TfP-Modellen, dann les doch in diesen Artikel rein.

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